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RPA vs. KI-Agenten: Der Unterschied einfach erklärt

Robotic Process Automation oder KI-Agenten? Was die beiden Ansätze unterscheidet, wo jeder seine Stärken hat und was das für den Mittelstand bedeutet.

„Automatisieren wir das nicht längst mit RPA?" – eine berechtigte Frage. Robotic Process Automation (RPA) ist seit Jahren im Einsatz. KI-Agenten sind etwas grundlegend anderes. Wer den Unterschied versteht, trifft bessere Entscheidungen.

RPA: Regeln abarbeiten

RPA automatisiert klar definierte, regelbasierte Abläufe. Ein RPA-Bot klickt, kopiert und überträgt Daten exakt so, wie es ihm einprogrammiert wurde:

  • Stark bei stabilen, immer gleichen Prozessen mit strukturierten Daten.
  • Schnell eingerichtet, wenn sich nie etwas ändert.
  • Schwach, sobald etwas vom Schema abweicht. Ein verändertes Formularfeld oder eine unstrukturierte E-Mail bringt den Bot ins Stocken.

KI-Agenten: Situativ entscheiden

KI-Agenten arbeiten nicht nur Regeln ab – sie treffen situative Entscheidungen und kommen mit unstrukturierten Daten zurecht:

  • Sie verstehen Texte, Dokumente und E-Mails, nicht nur Tabellenfelder.
  • Sie passen sich an veränderte Situationen an, statt bei jeder Abweichung zu blockieren.
  • Sie können mehrere Schritte eigenständig planen, um ein Ziel zu erreichen.

Ein Beispiel aus der Praxis

Nehmen wir die Angebotserstellung:

  • Ein RPA-Bot kann Daten aus einem festen Formular in eine Vorlage übertragen – solange das Formular sich nie ändert.
  • Ein KI-Agent liest die Kundenanfrage als Freitext, ordnet die richtigen Produkte und Preise zu, berücksichtigt frühere Angebote und erstellt den Entwurf – auch wenn jede Anfrage anders formuliert ist.

Was bedeutet das für den Mittelstand?

Beide Ansätze schließen sich nicht aus. Faustregel:

  • Stabil und strukturiert? RPA reicht oft.
  • Unstrukturiert, variabel, urteilsbehaftet? Hier spielen KI-Agenten ihre Stärke aus – und genau solche Prozesse machen im Mittelstand den größten Teil der manuellen Arbeit aus. Sieben konkrete Beispiele finden Sie in „KI in der Produktion: 7 erprobte Use Cases".

Wichtig bleibt in beiden Fällen: Governance, Auditierbarkeit und Integration in Ihre bestehenden Systeme – was das regulatorisch bedeutet, klärt „EU AI Act & DSGVO: Was Mittelständler beachten müssen". Eine gute Automatisierung ist nicht die, die am meisten kann – sondern die, die zuverlässig und nachvollziehbar das Richtige tut.